Im Schatten des Doms

Back to London

Montag, 22. Oktober 2074

Morgens in aller Frühe kommen wir wieder in Köln an, nachdem wir in Seattle noch für eine Nacht ein Zimmer genommen haben, um uns und unsere Ausrüstung so gründlich wie möglich zu reinigen. Keiner von uns zeigt irgendwelche Krankheitssymptome, und so treten wir beruhigt den Heimflug an. Mit Kevin tauschen wir noch AR-Visitenkarten aus, während wir auf unser Gepäck warten, nicht nur um das betretene Schweigen zu überbrücken.
Krabat läßt sich direkt einen Termin in der Bettina Ford geben, nachdem Khaled tatsächlich ein „Päckchen“ für ihn organisieren konnte.

Mittwoch, 31. Oktober 2074

Krabat hat sich von seinem Eingriff weitgehend erholt, zeigt nur noch die typischen leichten Koordinationsstörungen frisch verstärkter Reflexe. An Halloween klingelt Zillahs Komm, Kaltenstein ist am andren Ende – ob wir in den nächsten zwei Tagen Zeit hätten? Klar haben wir!
Zwei Stunden später stehen wir im Stüsser, die Bekannte von Krabat zeigt auf einen leeren Tisch, an dem wir Platz nehmen. Kurz nachdem wir unsere Bestellungen erhalten haben, taucht auch schon Kaltenstein auf und setzt sich zu uns. Nachdem wir uns begrüßt haben, berichtet er von einem kurzfristigen Auftrag – unser Teil des Deals.
Ein Bekannter hat ihn gebeten, ein magisches Artefakt aufzuspüren. Es wird in London aufbewahrt, unter dem West End Underplex – dagegen ist Köln Downtown unsicher… Morgen früh gibt es allerdings eine Extraktion in diesem Bereich, durchgeführt von der Organisation eines „Freundes“, in deren Rahmen wir ein Zeitfenster (inklusive inaktiver Kameras) zum Eindringen haben und das Artefakt bergen können. Dafür bekommen wir rudimentäre Deckidentitäten (insgesamt 4) als Süßkartoffellieferanten (jawoll, echte Süßkartoffeln!) sowie eine Lieferdrohne, mit der wir dann das Artefakt abtransportieren können, und eine Kartensoft des entsprechenden Underplex-Abschnitts. Der Einstieg ist ein vergessener alter Versorgungsschacht hinter einer Wand, Sprengstoff kriegen wir vor Ort, das Artefakt lagert in einem ungenutzten alten Bunker aus den Eurokriegen. Es handelt sich um einen Stein mit Orichalkum-Einschlüssen, grob behauen in Kopfform wie man es von den Osterinseln kennt, leicht zu beschädigen, aufbewahrt in einer deutlich größeren Kiste. Kaltenstein gibt uns die Flugtickets, Hinflug morgen Abend um 21 Uhr, Rückflug undatiert, dazu die Koordinaten für einen Treffpunkt an der Themse. Sobald wir die Kiste haben, sollen wir Kaltenstein kontaktieren.

Nachdem wir mit Kevin 3k ausgemacht haben, verabreden wir uns für den nächsten Mittag im Headquarter. Zillah läuft nochmal in die Apotheke, während Krabat ein paar „Badehosen“ bei Malik bestellt… und den Transport vom Flughafen zur Themse durch Achmed.
Mittags kommt Kevin vorbei, wir richten unsere Ausrüstung, und los gehts zum Flughafen. In London angekommen blinkt uns vor dem Gate schon Achmeds Arrow entgegen, fluchend bringt er uns zum Auto.
Er setzt uns am vereinbarten Punkt an der Themse ab, ein Mann auf einem Kahn spricht uns an und nimmt uns an Bord. In der Kabine finden wir unsere Ausrüstung, Overalls, gefälschte IDs, Plastiksprengstoff und fünf Zünder (Zillahs Augen leuchten), und zwei Packeseldrohnen mit Süßkartoffeln (nun leuchten auch Stalkers Augen).
Nach einer Stunde Getucker gelangen wir zum Westend Underplex, einem Einkaufszentrum wie es kitschiger nicht sein könnte, ein Weltwunder für Lohnsklaven. Wir haben die Fake-IDs in unsere Komms geladen und passieren die erste Sicherheitskontrolle. Stalkers ID macht bei der Prüfung Probleme… da wir es eilig haben drücken die Wachmänner ein Auge zu, sie durchsuchen nicht mal die Packdrohnen. Es ist 4 Uhr morgens und fast nichts los, und während wir unserer vorgegebenen Route folgen checkt Stalker seine Fake-ID – das Foto ist viel zu orkisch.

Nach 20 Minuten kommen wir an „unserer“ Wand an, alles menschenleer hier, wir haben tatsächlich einige Minuten Zeit. Auf dem Boot konnte Zillah die Berechnungen für die Sprengung optimieren, und dadurch sowohl die Geräusche minimieren als auch die Menge des benötigten Sprengstoffs auf ein Viertel zu reduzieren – in Kombination mit einem Barrierezauber hat sie da eine wunderbare Schneidladung…
Wir bahnen uns unseren Weg durch ein wahres Labyrinth von Versorgungstunneln, zum Glück haben wir die Karte, sonst wäre das eine ziemlich anstrengende Suche. Nach einer Weile stehen wir vor einer Bunkertür, die in der Karte mit einem dicken Pfeil markiert ist. Stalker prüft die Tür, die aber offensichtlich über nicht mehr als ein ehemals funktionierendes Magschloß verfügt; Kevin zieht die Tür einfach auf. Hier endet dann auch langsam der Matrixempfang, so daß wir auch nicht mehr den Funk der Sicherheitsleute verfolgen können.
Ein Tunnel führt weiter in einen kreisförmigen Raum, vom dem 6 weitere Tunnel wegführen, alle mit Schleusentüren versehen. Zum Glück hilft uns unser Plan auch hier und führt uns zu einer verschlossenen Tür – deren Magschloß noch funktioniert. Krabat benötigt eine Stunde um das Ding zu knacken. Im Schleusendurchgang finden wir verbrannte Bioschutzanzüge, offensichtlich ist hier irgendwas faul. Wir ziehen unsere Gasmasken auf bevor Krabat sich an die zweite Schleusentür macht…
Hinter der Tür befindet sich ein langgestreckter Raum. Wir finden Überreste von Menschen in intakten Bioschutzanzügen, und eine Kiste die ausschaut wie die die wir suchen. Zillah untersucht sie mithilfe eines Hellsichtszaubers, dessen Verhalten sie beobachtet während sie ihn in die Kiste lenkt. Irgendwas darin scheint den Zauber stark abzuschwächen – Hintergrundstrahlung?
Wir packen die Kiste auf eine der Drohnen und machen uns auf den Rückweg. Sobald er den Funk wieder verfolgen kann, lotst Kevin uns um die meisten Wachen herum. Zillah sucht astral nach dem Boot, mit dem wir gekommen sind, um dem Fahrer zu sagen daß wir auf dem Weg sind – und erschreckt diesen so sehr, daß er einen Wachmann zu wütenden Nachfragen provoziert. Völlig verängstigt stammelt er etwas von einem schlechten Traum, zum Glück überzeugend genug um die Wache abzuwimmeln. Unser Rigger zischt Zillah zu, daß er hier abhaut sobald es knallt, wir sollen uns beeilen wenn wir mitwollen. Tun wir ja schon. Am Hafen jedoch halten uns zwei (!) Rote Samurai (!!!) auf… Wir kriegen sie immerhin dazu überredet, uns auf unser Schiff zu lassen, um unseren Chef anzurufen, eine Bestätigung über die Kontrolle um etwaige Lieferverzögerungen zu rechtfertigen erhalten wir jedoch nicht. Während Krabat Kaltenstein anruft, tüftelt der Rest an einem Plan: der Rigger will abhauen wenn es knallt? Bitteschön, wir sorgen für den Knall. Zillah levitiert die restliche Sprengladung unsichtbar zu einem einsamen Fleck auf dem Dach, und zündet – und der Rigger gibt Gas. Er setzt uns an einem Punkt am Ufer ab, wo wir uns von Achmed wieder einsammeln und zu einem sicheren Ort fahren lassen, einem verlassenen Haus. Von dort melden wir uns wieder bei Kaltenstein, per Videofeed zeigen wir ihm die Kiste, öffnen sie… und entdecken darin neben dem Artefakt vier Behälter mit Biohazard-Zeichen. Oh-oh! Die Kanister enthalten laut Kennzeichnung FAB. Kaltenstein gerät nun doch etwas aus der Fassung. Wir lassen uns allerdings nicht unterkriegen, denn Kevin weiß daß sich alle Bakterien sterilisieren lassen – zum Beispiel mit genug Hitze. Zillah erhitzt die Kanister also einzeln in der Luft (kreative Anwendung eines Entzünden-Zaubers), Stalker hält als Beweis für Kaltenstein zwischendurch seine Brille mit IR-Sicht vor die Linse, der dann als alles im grünen Bereich ist ein Abholkommando schickt. Wegen der Unannehmlichkeiten gibts doch noch eine kleine Aufwandsentschädigung, zuhause werden 4k pro Person auf uns warten. Die Info über den Bunker und seine biologischen Altlasten verticken wir dann noch an Art Johnson, und machen uns dann auf den Heimweg…

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luetti

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