Im Schatten des Doms

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Das Ende des Rippers

Samstag 22. September 2074

Wir landen nach einem turbulenten Flug. Nachdem wir unser Gepäck abgeholt haben, ruft Zillah wie versprochen bei Blumenthal an. Da die Kriminaltechnik ihre Tatortuntersuchung bereits abgeschlossen hat, empfiehlt er, daß wir ins Präsidium kommen und uns dort die Tatortvisualisierung anschauen und der Rechtsmedizin einen Besuch abstatten. Da wir ja gemeinsam mit Elrik ankommen fragen wir ihn, ob er uns eventuell begleiten möchte. Er willigt ein.

Kurze nachdem wir uns an der Pforte angemeldet haben holt uns Blumenthal auch schon ab und führt uns in den AR-Bereich, um uns die Tatortvisualisierung zu zeigen. Freundlicherweise läßt er, da die Leiche erst nach vier Tagen gefunden wurde, die Geruchsspur weg. Wir erkennen eine Slum-Wohnung, im Inneren liegt eine verweste Frauenleiche auf dem Bett, der mit einem Spreizer der Thorax aufgehebelt wurde – die Lunge wurde fein säuberlich entfernt. Sonst sind keine Spuren zu sehen. Der Tatort befindet sich in Düsseldorf-Garath, einem Gangsprawl im Süden der Stadt. Die Tote war wohl das Liebchen des lokalen Gangleaders, den die Sache tatsächlich so geschockt hat, daß er die Polizei verständigte… sonst hätte man diesen Tatort sicher niemals entdeckt.
Da uns die Visualisierung nicht weiterbringt, gehen wir weiter in den Leichenkeller. Dort hat gerade Krabats Kumpel Andri Köhler Dienst, und die beiden scherzen kurz rum und machen eine Sauftour fürs nächste Wochenende aus. Köhler informiert uns darüber, daß die Extraktionstechnik sehr sauber aber etwas veraltet sei, seit 10 Jahren würde sie so nicht mehr gelehrt. Auch der Spreizer war noch ein rein analoges Modell, daher nicht nachverfolgbar. Es war wohl tatsächlich medizinisch nicht möglich die Lunge bei lebendigem Leib zu extrahieren, weswegen die Todesursache eindeutig Ersticken mangels Bronchien sei.
Zillah wirft die astralen Guckerchen an, nachdem sie um einen Schemel gebeten hat, um auch nah genug ranzukommen. Sie bemerkt ein überwältigendes Ausmaß an Schmerz und Verzweiflung, offensichtlich war das Opfer während des Eingriffs tatsächlich noch bei Bewußtsein – das dafür nötige Geschick läßt uns nur noch staunen.
Offensichtlich lagen einige Zauber auf dem Körper der Frau, unter anderem ein stark modifiziertes Stabilisieren. Das könnte auch der Grund dafür sein, daß die Lunge bei Thoraxöffnung nicht direkt kollabiert ist. Die astrale Signatur ist bekannt, zusammen mit der freudig erregten Emotionslage ist der Täter eindeutig unser Ripper.
Nach Zillahs Hinweis auf den modifizierten Zauber findet auch Blumenthal die Struktur. Zillah schlägt ihm vor, hier doch vielleicht einen Experten für Zauberkunde vom Hermetischen Institut zu Rate zu ziehen.

Dann beschließen wir, uns trotzdem noch den Tatort im Original vorzunehmen. Zum Glück haben wir Elric dabei, dessen Unterstützung auf dem Ganggebiet sicherlich hilfreich sein wird. Auf dem Weg nach Düsseldorf holt Elric noch etwas Spielzeug aus seiner Wohnung, und wenig später kommen wir dann auch in einer ziemlich versifften Gegend an. Nicht weit weg lungern ein paar Typen von den Rasputins rum, die uns argwöhnisch ankeifen als wir uns nähern. Dank Krabats Überzeugungskraft verzichten sie jedoch darauf, uns bei unseren Ermittlungen zu stören, stattdessen bekommen wir sogar einige Hintergrundinfos von ihnen. Das Hochhaus in dem sich der Tatort befindet war definitiv nicht der Wohnort des Opfers, das sich eine schickere Bude mit ihrem Gangmacker geleistet hat.
Nachdem wir uns mit dem maroden Fahrstuhl in den 17. Stock getraut haben, bekommen wir auch schnell das Schloß der Wohnung geknackt. Sobald wir drin sind, ziehen wir uns erst mal Taschentücher über den Mund, um die Fliegenplage daran zu hindern uns ebendort hinein zu fliegen. Wir sehen uns um, erkennen aber nicht viel Neues. Uns fällt lediglich auf, daß auf dem Bett keinerlei Blutspuren zu finden sind, obwohl sich dort die Leiche befand. Zillah und Krabat sehen sich den Tatort astral an, neben dem Wiederhall des Schmerzes und Entsetzens des Opfers ist diesmal die Signatur des Rippers deutlich und eindeutig zu erkennen, außerdem eine weitere mächtige Entität im Bereich der Tür. Vor lauter Ratlosigkeit ruft Zillah nach Adam, der nach einiger Zeit auftaucht und sie bei der Begutachtung unterstützt. Er erklärt ihr, daß die Wesenheit an der Tür vermutlich ein mächtiger Blutgeist ist, definitiv korrumpiert, nicht toxisch, schattig, insektoid oder Shedim. Aber einen Blutgeist hat auch Adam noch nie selbst gesehen, daher ist er sich nicht hundertprozentig sicher. Zumindest würde es dazu passen, daß er die Organe bei Bewußtsein extrahiert.
Adam erkennt, daß die Zauber des Rippers wohl den Metabolismus verlangsamt haben, gleichzeitig das Bewußtsein aufrecht erhielten und auch den Kollaps der Lunge verhinderten. Der Geist hat wohl währenddessen die Tür verschleiert. Wir können anhand der astralen Spuren sonst nur nachvollziehen, daß der Ripper wohl einfach den Aufzug genutzt hat, auch zum Verlassen des Tatortes. Stalker versucht derweil Algorithmen zur Mustererkennung über diverse Dinge – wie Tatortmuster, Meldungen zu vermißten jungen Frauen und dergleichen – über die Newsfeeds der letzten Monate laufen zu lassen.
Krabat wird beim Rausgehen nochmal von dem Gangtypen angesprochen, der bestätigt, daß das Opfer in dem Hochhaus wirklich keinerlei Bekannte hatte. Er gibt Krabat noch seine Nummer mit dem Hinweis, daß er sich melden soll sobald wir das Schwein aufgestöbert haben…

Sonntag 23. September 2074

Am nächsten Morgen spucken Stalkers Suchalgorithmen tatsächlich ein halbes Dutzend Meldungen von vermißten Frauen in den letzten zwei Monaten aus, zwei in Chorweiler, der Rest in Leverkusen und Süd-Düsseldorf. Krabat und Zillah klingeln per Video noch bei Blumenthal an, um ihm unsere Erkenntnisse der Tatortbegehung und Adams Rückschlüsse mitzuteilen – natürlich ohne auf diese „vertrauenswürdige Quelle“ näher einzugehen.

Abends um halb 10 ruft Malina bei Krabat an… sie stammelt „dieser Typ ist da“… sie ist wohl mal wieder in der Kinderdisco bei den Fühlinger Seen. Zillah bittet Adam darum, Malina im Auge zu behalten, bis wir dort sind. Dann rufen wir Elric an, um ihn davon zu überzeugen uns ein Päckchen zu schnüren, „lebendig ist optional“. Wir vereinbaren uns an den Seen zu treffen und düsen los. Stalker ortet ihr Kommlink außerhalb des Clubs… in heller Aufregung rast Elric zu ihr, Adam ist dabei, und auch Zillah macht sich astral auf den Weg. Doch bei Malina ist alles in Ordnung, sie hat den Ripper bschattet (das liegt wohl echt in der Familie) und gesehen wie er ein potentielles Opfer aus dem Club geführt und zu einem Auto gebracht hat. Sie hat sogar ein Foto gemacht, inklusive Nummernschild (Krabat ist vor lauter Sorge ziemlich sauer, aber irgendwie auch ziemlich stolz…). Wir informieren alle unsere Polizeikontakte und machen uns an die Verfolgung. Zum Glück können wir der Spur eines aufrechterhaltenen Zaubers folgen. Über die Autobahn geht es in eine Wohngegend von Düsseldorf, bis vor ein nettes Einfamilienhaus. Wir schicken Blumenthal die Adresse, dann stoßen Adam und Zillah auf einen Hüter als sie kundschaften wollen. Da Adam sowieso nicht durch den Hüter kommt, lassen wir ihn bei Malina zurück, die mit ihm zusammen im Auto wohl sicherer als irgendwo in der Fühlinger Pampa ist. Und im Notfall können wir auch schneller intervenieren. Dann machen wir uns an der Tür und am Kamerafeed zu schaffen… offensichtlich kam der Ripper vor etwa 15 Minuten an. Kurz darauf ist die Tür auch schon offen, und wir gehen rein. Drinnen hören wir Schreie, vermutlich aus dem Treppenhaus. Die Schreie werden plötzlich merklich leiser, aber trotzdem können wir noch den Keller als Ursprung ausmachen. Am Fuß der Treppe befindet sich eine Tür, die sich widerstandslos öffnen läßt, dahinter befindet sich ein offener, ziemlich düster wirkender Raum. Die Wände sind bedeckt mit Zeichnungen, außerdem lassen sich einige Reagenzien ausmachen – es handelt sich wohl um ein gut sortiertes Refugium. Wir lunsen mit der Mage-Sight-Brille um die Ecke, sehen einen Metalltisch… die Frau darauf ist wohl schon Geschichte, und der Ripper springt gerade um eine mit lauter frischen Organen bestückte verweste Leiche herum. Er bemerkt uns fast sofort, hat wohl mit sowas gerechnet, und fängt einen Superschurkenmonolog an: „Ich wußte, daß ihr mich noch finden werdet. Aber ihr seid zu spääät!“ Wir sehen daß nicht nur er uns anschaut, sondern auch seine Patchworkleiche…
Das Ding rennt dann auch direkt auf uns zu und atmet eine Wolke giftigen Mundgeruch in unsere Richtung. Zillah und Elric, die beide in erster Reihe stehen, weichen in unterschiedliche Richtungen aus, und während Elric sich auf die alte Weisheit „geek the mage first“ besinnt und ebendiesen mit zwei Salven niederstreckt, schafft Zillah es eine Flasche Reinigungsbenzin und eine brennende Kerze auf die Patchworkleiche zu schleudern, die daraufhin jämmerlich zu kreischen beginnt. Danach ballern wir alle so lange drauf, bis es sich nicht mehr rührt, was dank Feuer sogar recht schnell geht.
Wie wir dann feststellen, lebt der Magier noch, und mit ein paar Pflastern hält er sogar noch durch bis das SEK auftaucht. Das Leichendings war wohl tatsächlich sein Geisterkumpel, sagt Zillah, die den Astralraum auf Spuren absucht, er hatte wohl einen Pakt damit – definitiv ein Freier Blutgeist, wie spätere Nachforschungen ergeben. Die Polizei erfährt anhand der Unterlagen im Haus, daß es wohl wirklich Joe Black war, der sein Verschwinden inszeniert hatte. Wir bitten während der standardmäßigen Einsatzuntersuchung darum, daß wir bei der Ergreifung nicht weiter erwähnt werden…

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luetti

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