Im Schatten des Doms

Episode VI (continued)

Return of the Ripper

Freitag, 1.6.2074

Direkt mit dem Anruf wird Krabats Fahrstil rasanter, während seine Schläfenadern immer stärker zu pochen beginnen. Er läßt permanent Malinas Komm klingeln, während Stalker versucht es zu lokalisieren. Er braucht etwas Zeit, aber dann klappt es: Es befindet sich im Randgebiet zwischen Chorweiler und Fühlingen. Drek, die Gegend kennen wir doch… Krabat überschreitet langsam aber sicher die Geschwindigkeitsbegrenzung, aber um nicht mehr als 10 km/h – immerhin sollten wir mit dem Van noch nicht zu sehr auffallen…

Zillah wechselt auf die Astralebene und sucht den Platz, wo das Kommlink liegt. Sie findet nach einiger Zeit (Google Maps hat ja leider keinen Astralmodus) eine offene vollgemüllte Straße, auf der ein paar Menschen und Ratten umherlaufen, eine astrale Signatur findet sie nicht. Sie kommt zurück und berichtet, und ca. 10 Minuten später (kurz nach 3 Uhr morgens ist es bereits) sind wir dann auch schon vor Ort. Stalkers Koordinaten waren ziemlich exakt, wir finden das Komm schnell in einer Mülltonne unter Lumpen bei einem zweiten Kommlink. Stalker untersucht es, Krabat vermutet es ist das Komm von Malinas Freundin Nataly. Zillah checkt nochmal auf astrale Signaturen und wird diesmal fündig, eine mächtige Präsenz sticht heraus, die wohl eine Kraft aktiv hatte während sie hier vorbeilief… leider überdeckt sie alles andere. Währenddessen erinnert sich Krabat, daß unser Standort schon an einer U-Bahn-Station vorbei ist, vom Smokey Waters aus gesehen, Malina normalerweise aber immer bis zur nächsten Station lief, weil von dort die S11 und S6 direkt bis zum HBF fahren.

Da wir keinen anderen Hinweis haben, folgen wir erst einmal der „Präsenz“ in Richtung Chorweiler, deren Weg nach kurzer Zeit in ein Seitengäßchen abbiegt. Die Gegend wird düsterer, und durch einen Innenhof gelangen wir in ein Haus, ein altes Wohnhaus, wie Krabat und Stalker erkennen (Zillah sieht ja astral nur Schatten). Nach ein paar Metern quatscht uns auf dem Hausflur ein Junkie voll, aber Krabat wimmelt ihn mit nem Fünfer ab. Wir folgen der Spur weiter in den verlassenen 4. Stock, wo sie zu einer Tür führt. Krabat klopft, und als sich nichts rührt nochmal, ohne Erfolg. Zillah geht nun wieder komplett astral und schaut durch die Tür – dort sieht sie einen ekligen Homunculus (geformt wie ein Dämon, und Kraftstufe 8!!) und dahinter die Aura eines ziemlich erschöpften und verzweifelten Mädchens, körperlich geht es ihr jedoch gut; die Aura kommt ihr allerdings irgendwie vertraut vor, fast wie… Krabat? („Oh mein Gott, das ist sie!“). Hinter dem Homunculus kommt ein Geist hervorgezischt – die PRÄSENZ! Zillah läßt sich in ihren Körper zurückfallen und schafft es noch, die wesentlichen Infos rauszustammeln, als auch schon der Geist durch die Tür kommt und sich als riesige Mülltonne mit Armen und Beinen materialisiert. Scheiße! Der Geist brüllt los, woraufhin Stalker und Krabat vor Grauen die Beine in die Hand nehmen… Zillah bleibt unbeeindruckt stehen („Nur weil du größer bist als 1,20m mußt Du nicht so einen Aufstand machen, Jungchen!“) und versucht ihn zu bannen, jedoch wehrt er sich – und er ist definitiv stärker als sie. Stur wie sie ist macht sie jedoch einfach weiter, während Stalker und Krabat sich berappeln und zurückkommen. Zillah schafft es schließlich, die Bindung des Geistes zu lösen, doch er setzt ihr dabei ordentlich zu und läßt sie mit heftigem Nasenbluten zurück.

Stalker öffnet die Tür und sieht das schluchzende und mit Kabelbindern gefesselte Mädchen in der Ecke sitzen. Aus dem Nebenraum dringen panische Schmerzensschreie, in der Tür davor steht der Homunculus, der sich nun in unsere Richtung in Bewegung setzt. Krabat und Stalker ballern ihn schließlich zu Klump, auch wenn er für einen Metallklotz verdammt gut ausweichen kann. Während Krabat sofort zur gefesselten Malina stürzt und sich um sie kümmert, stabilisiert Zillah ihre Freundin, die aufgeschlitzt und blutend im Nebenzimmer aufs Bett gebunden ist. Eine ihrer Nieren liegt neben ihr, von der zweiten fehlt – ebenso wie vom Ripper – jede Spur; ansonsten finden wir nur Blut, Fußabdrücke und eine zerbrochene Flasche (Formaldehyd, wie uns unsere Forensikkiste verrät, die Stalker im Eiltempo herbeigeschafft hat). Zillah askennt das Zimmer, entdeckt die Signatur des Mülltonnengeistes und die Signatur vom letzten Rippermord, und diesmal so frisch wie man sichs nur wünschen kann. Es handelt sich wohl um einen sehr guten Magier, der der Tradition der Schwarzen Magie folgt. Mit unserem Eintreffen verwandelte sich seine gute Laune in Panik, er verschwand per Levitationszauber aus dem Fenster, ist gesund und auf der Flucht. Biologische Spuren hat er leider keine hinterlassen. Nach etwa 30 Minuten treffen Polizei und BuMoNa ein (Krabat hat Jaworski aus dem Bett geklingelt, sobald er Malina von den Kabelbindern befreit hatte), kurz darauf die Spurensicherung, und schließlich auch der forensische Magier, mit dem Zillah sich zusammenhockt und magische Details bespricht. Danach schickt Jaworski uns mit einem gut gemeinten Rat nach Hause, was wir gerne befolgen.

Zuhause (genauer: erst mal bei Krabats Familie) erzählt Malina, immer noch völlig aufgelöst, daß sie und ihre Freundin auf dem Heimweg angequatscht wurden. Der Kerl schaffte es, sie beide einzulullen, und taserte sie dann bevor sie wußten wie ihnen geschah. Sie erwachte dann in dem Raum mit dem Homunculus von Natalys Schreien von nebenan… Mit einer Tasse Tee, Marina an ihrer Seite und etwas magischer Beeinflussung beruhigt Malina sich und schläft schnell ein. Krabat organisiert über Khaled einen Doc für Zillah, den er zur Feuerwache bestellt, fährt Zillah und Stalker dorthin und wartet bis der Doc eintrifft, danach fährt er wieder zurück und verbringt die Nacht bei seinen Schwestern.

Zillah verpennt den nächsten Tag mehr oder weniger, danach geht es ihr jedoch wieder besser. Stalker ändert die Besitzerdaten des Vans (der dadurch innerhalb von 8 Stunden zum Firmenwagen wird), und Krabat begleitet derweil Malina aufs Polizeirevier, wo man ihre Aussage aufnimmt und aufgrund der ballistischen Untersuchung nochmal Krabats Lizenzen checkt. Leider kann Malina den Ripper, obwohl sie ihn genau gesehen hat, kaum beschreiben: er war etwas größer als sie und hatte schwarze Haare, an mehr erinnert sie sich nicht. Jaworski schickt Zillah für den darauffolgenden Tag eine Einladung ins Präsidium, nachdem Krabat ihm gesagt hat daß sie vorher wohl zu nichts zu gebrauchen sei.

Samstag, 2.6.2074

Am nächsten Tag sitzt Zillah, immer noch etwas zerschlagen und die Hände um eine dampfenden Tasse Kaffee, bei Jaworski auf dem Revier; auch der magische Forensiker, Gunther Blumenthal, ist da. Er berichtet, daß im Großraum Köln kein Schwarzmagier registriert ist, auch die Rasterfahndung ergab bisher nichts. Der Geist war wohl ein lokaler Geist des Menschen, mit aktivierter Verschleierung.

Die nächsten sechs Wochen sind zum Glück ruhig; nach den letzten Tagen ist das dringend nötig. Stalker zieht in der Feuerwache ein, und Zillah lernt ein paar neue und sehr praktische Zauber. Krabat kauft eine kleine Drohne und fliegt damit ein bißchen durch die Gegend, auch wenn simple Fernsteuerung per Komm natürlich nicht mit einer Riggerkontrolle mithalten kann. Praktisch war so ein Drohnenmensch ja schon. Erstaunlicherweise finden wir in der ganzen Zeit nichts über den Ripper in den Medien… die Polizei hält diesmal wirklich alles klein.

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StilzchenRumpel

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