Im Schatten des Doms

Wer ist er - und wenn ja wie viele?

Nachdem sich die Lage beruhigt hat, überlegen wir, wie wir die Ware loswerden. Die Karre ist zu heiß, um sie mit zu Malik zu nehmen, und den Kleinkram bekommen wir auch nicht in der Tube transportiert… Also rufen wir Malik an, um ihm von seinem Glück zu berichten. Er schickt uns einen seiner Cousins zum Abholen, während wir die Regierungskarre, die Malik definitiv nicht haben will, durch eine unglückselige Vereinigung von Benzin und Zigarettenanzünder entsorgen. In sicherer Entfernung warten wir dann auf unser Taxi, das sich nach einiger Zeit als ein anscheinend nur noch von Rost zusammengehaltener, schwarz qualmender Pickup entpuppt. Darin sitzt ein – selbst für einen Zwerg sehr „kompakter“ – schwarzhaariger Zwerg, dem ein vielsagendes Kabel aus der Schläfe ragt („Schnallt euch an, wird schnell.“).
Bei Malik angekommen sehen wir direkt das Leuchten in seinen Augen, als er unser Päckchen begutachtet… 10k kriegen wir am Ende dafür.
Nach einiger Zeit sind wir dann doch ins Hotelzimmer gekrochen, um eine Mütze Schlaf und ein ausgiebiges Frühstück zu genießen. Danach igelt sich Stalker, nachdem er eine Hardwarekiste besorgt hat, in seinem Zimmer ein und widmet sich ausführlich unserer eroberten Elektronik, während wir ihm regelmäßig was zu Futtern vorbeibringen…

Freitag, 21. September 2074

Stalker hat es geschafft: das Deck und die vier Kommlinks sind umgebrandet. Wir haben uns gerade unser zweites Frühstück einverleibt, Stalker guckt noch etwas fertig aus der Wäsche, wirkt aber auch erleichtert als er uns grinsend jeweils eines dieser nachtschwarz glänzenden Komms überreicht.
Als wir gerade den Rückflug für den nächsten Tag gebucht haben, bekommt jeder von uns eine Nachricht aufs Komm: „Noch in der Stadt? Art“
Zum Glück können wir den Flug kostenlos umbuchen, denn kurz nach unserer Bestätigung erhält jeder von uns ein VIP-Ticket für Arsenal gegen Real Madrid am heutigen Abend im Wembley-Stadion… (Krabat: „Woah, geil!“)

Auf jeden Fall wechseln wir zuerst noch das Hotel. Ähnliche Preisklasse, dafür mehr Richtung Zentrum. Sobald alles eingerichtet ist, machen wir uns auf den Weg zum Stadion. London ist wie ausgestorben, so wenig Leute wie heute haben wir hier noch nie auf den Straßen gesehen… das ändert sich jedoch schlagartig, als wir in die Nähe des Stadions kommen. Am Eingang mustern uns die zwei Sicherheitsgorillas mit herablassendem Blick, was sich beim Anblick unserer VIP-Tickets aber sofort zu stiefelleckend-freundlich ändert, wir werden sogar an der Schickeria vorbei in eine der Logen geleitet. Zum Glück haben wir vorsorglich die schicken Klamotten angezogen. Sobald wir im Separee ankommen, sehen wir Art voller Interesse vor der Panoramascheibe stehen. Er hat mal wieder einen zeitkritischen Auftrag und entschuldigt sich deswegen für den nicht ausufernden Komfort der Loge. Die Unterhaltung wird immer mit einem Blick auf das Spielfeld geführt, vor allem Krabat mußte diesen Ausblick erst einmal genießen.
Art hat heute eine bisher ausgebliebene Lieferung erwartet. Der Kurier, eigentlich ein erfahrener Profi, ist spurlos verschwunden und auch nicht erreichbar. Er bietet uns 10k dafür, den Kurier lebend und unbeschädigt wiederzufinden, wir erhandeln uns zusätzlich 1k im Voraus… Vor einigen Wochen wurde ein Team in Nordamerika damit beauftragt, einen Gegenstand zu beschaffen. Dieses Team übergab den Gegenstand vor ca. 20 Stunden dem Kurier, der mit seiner Eskorte vor 5 Stunden in Heathrow gelandet ist. Direkt außerhalb des Flughafens gerieten sie allerdings in einen Hinterhalt, die gesamte Eskorte und alle Angreifer sind tot, der Kurier hat wohl überlebt und ist untergetaucht. Bisher war er immer sehr zuverlässig.
Auf einem Datenchip erhalten wir ein Dossier und Informationen über vorhandene Safehouses und Lieblingslokalitäten des Kuriers. Aufgrund der Brisanz der Lieferung kann mit unvorhergesehenem Eingreifen von Dritten gerechnet werden. Auch muß der Job in 12 Stunden erledigt sein, da sonst der Gegenstand wertlos ist.

Dossier:
John Jones, alias Johnny, Jack oder Triple J
Männlich, 1,80m, 31 Jahre, Gewicht schwankend,
John Jones, alias Johnny, Jack oder Triple J
Mensch, männlich, 1,80m, 31 Jahre, Gewicht schwankend, vercybert.
Geboren in London, früher bei S-K, ab 2065 als freiberuflicher Kurier tätig, in kriminellen Kreisen dank von S-K gesponsorter Headware als Datenkurier bekannt.
Art selbst hat Johnny damals von S-K extrahiert.
Süchtig nach SIM-Serien… Art vermutet, daß die spezielle S-K-Headware SIMs anders abspielt und diese dadurch suchterzeugend wirken.
Safehouse/Lieblingslokalitäten:
Baker Street 225b
Zoe’s im Underplex
Das Andy’s
Rose and Thistle

Da keine Angabe über den Ort des Hinterhalts enthalten ist, geht Stalker mal auf die Suche. Es gibt keinerlei öffentlich verfügbare Informationen… daher fahren wir erst mal ins Hotel zurück, die Ausrüstung holen, und suchen dann in den weniger offiziellen Quellen. In Verschwörungsforen finden sich versprengte Infos über eine Schießerei mit einem Dutzend Toten in der Nähe von Heathrow. Nach kurzer Überlegung beschließen wir, daß es keinen Sinn macht am Tatort nach Spuren zu suchen. Eine astrale Erkundung lohnt sich nur im Falle seines Appartments, da die Kneipen aufgrund des Fußballspiels gerade zu voll sind.
Das Appartment befindet sich in einem Vier-Parteien-Haus, zwei Wohnungen sind komplett leer, die anderen beiden sind bewohnt aber momentan leer. Nachdem unser alter Mietwagen als „gestohlen“ gemeldet werden mußte, fahren wir mit einem Mietwagen der Konkurrenz in die Baker Street.

Stalkers Datensuche bestätigt inzwischen wesentliche Teile des Dossiers, außerdem finden sich zahlreiche Spuren von Johnny auf diversen SIM-Download-Portalen.

Als wir ankommen, stehen wir vor einem grauen Plattenhaus inmitten einer mittelprächtigen Wohngegend. Das Dach bietet einen grandiosen Aufstellpunkt für einen Scharfschützen, zum Glück ist da aber keiner. Hinter dem Haus befinden sich leere Anwohnerparkplätze neben einer aufgebrochenen Hintertür… gut so, dann brauchen wir das nicht tun. Wir vermuten, daß auch die Wohnung an einer aufgebrochenen Tür erkennbar sein wird, was sich im oberen Stockwerk dann auch bestätigt. Das Innere der Wohnung ist gnadenlos verwüstet. Jemand hat wirklich jedes Behältnis in dem einen großen Raum auf links gedreht. Man kann nicht wirklich erkennen, ob die Bude durchsucht oder einfach nur verwüstet wurde… Astral nehmen Zillah und Krabat nur die Aura eines Lebewesens wahr, die nicht eindeutig faßbar ist. Wir bannen das Chaos schnell auf Videospur und machen uns wieder auf den Weg.

Zoe’s Bar und Cafe ist eine mittelständische Bar, in der häufig Konzernangestellte verkehren, gelegen im „Keller“ von Londons Innenstadt. Links davon ist ein Laden für Retroklamotten, rechts ein leeres Geschäft. In der Realität ist die Bar recht unscheinbar, ganz im Gegensatz zur AR. Als wie ankommen finden wir eine Menschentraube vor dem Etablissement, die wohl gerade einen Unfall begaffen. Etwas später sehen wir Bobbies, die mit Absperrband einen Tatort absperren… Anscheinend liegen sechs Leichen rum, und ein paar Reporter springen umher die die Anwesenden ausquetschen. Krabat belauscht Berichte über einen Mann mittleren Alters in einem schwarzen Ledermantel, der im Innenraum zwei Maschinenpistolen gezückt und um sich geballert hat, danach sei er seelenruhig wieder rausmarschiert… die Zahl der Einschußlöcher in den Wänden bestätigt das.
Stalker sucht nach Kamerafeeds. Er findet einen von vor einer Stunde, der einen Mann mit schwarzem Mantel beim Betreten der Bar zeigt, das Gesicht sieht Johnny sehr ähnlich… er zieht zwei Ares Crusader und beginnt zu schießen, lädt dabei zwischendurch nach, und nach 5 Minuten geht er einfach wieder.
Als wir uns auf den Weg machen wollen, haben wir die Paranoia, daß es sich hier um die Nachahmung einer SIM-Serie handeln könnte… eine Matrixsuche ergibt eine verblüffende Ähnlichkeit zum Auftreten des Hauptcharakters der Serie „Kaliber 45 Samurai“, eines Auftragskillers und Bösewichts in Lederjacken und mit Maschinenpistolen: William Blackstriker.
Während wir recherchieren, quatscht uns ein Typ von der Seite an. Er stellt sich als Nigel Patterson vor und bietet an, uns in 2 Stunden vor dem Besucherzentrum des Big Ben Informationen „über den Typen der hier herumgeschossen hat“ zu geben…

Das „Andy’s“, finden wir auf dem Weg dorthin heraus, ist wohl ein beliebter Treff bei Messerklauen. Die Verhaltensregeln erklären welche Waffen erlaubt sind, daß Mord ohne Schußwaffengebrauch geduldet wird, aber keinesfalls die Bar beschädigt werden darf. Klingt ja gemütlich. Bisher gibt es keine Anzeichen für eine kürzliche Schießerei.
Dort angekommen gehen wir – vorbei an einem italienischen Feinkostgeschäft – auf den Türsteher zu, einen jungen Troll, der ausschaut als hätte man ihm gerade mehrere Rippen gebrochen. Elric als unser Ersatzface – Krabat hat gerade einen Lauf und wühlt sich geschickt auf der Suche nach Mr. Patterson durch die Matrix – fragt den mißmutigen Türsteher nach unserer Zielperson, und nach ein wenig Heilungsjuju von Zillah kriegen wir nicht nur die Infos, sondern dürfen auch nach drinnen.
Die Bar ist offensichtlich verwüsteter als sonst. Eine junge Frau – gesund, erwacht, ohne Bodytech, mehrfach initiierte Wicca – kniet neben einem Runner der am Boden liegt und praktiziert bei ihm das gleiche, was Zillah auch beim Türsteher getan hat. Nur scheint der Typ hier das deutlich nötiger zu haben. Irgendwo in dem Gewirr von Emotionen läßt sich außerdem die Aura aus der Wohnung vermuten…
Wir fragen uns durch die anwesenden Personen. Der Barkeeper bestätigt, daß es Johnny war, der hier öfter zu Gast ist, hin und wieder Bodyguards hier anheuert und jedem jeden SIM besorgen kann, egal ob verboten oder nicht. Er benimmt sich wohl öfter mal wie eine SIM-Figur, vor einem Jahr kam er zum Beispiel als Charlie Chaplin. Diesmal führte er sich wohl wie ein Ritter auf, und rastete aus als ein Mann seiner Begleitung einen Klaps auf den Hintern verpaßte. Nach geschickter Gewaltanwendung konnte die Schlägerei eingedämmt werden, aber dann war Johnny auch schon über alle Berge. Wir bedanken uns für die Auskunft, und nachdem Zillah als Gegenleistung noch ein paar Verletzte versorgt hat machen wir uns auf den Weg ins Rose & Thistle.

Krabat taucht mit einem breiten Grinsen aus seiner AR-Lethargie auf und präsentiert uns, was er über Nigel Patterson herausgefunden hat: Bis vor kurzem leitender Offizier beim MI5, ein gewaltig schiefgelaufener Einsatz mit mehreren Todesopfern brach seiner Karriere gründlich das Genick, unehrenhafte Entlassung wegen eklatanter Inkompetenz. Es wird vermutet, daß er sich bei seinem Ex-Arbeitsgeber wieder einschleimen oder zur Not einfach nur Kohle machen will.

Das Rose & Thistle ist ein Geheimtipp in Downtown, immer geöffnet und die besten Fish & Chips im Bezirk. Ein klassischer Pub nach alter Manier. Als wir reinkommen, werden wir direkt vom Mann hinter der Theke begrüßt, es riecht nach reichlich Gebratenem und Frittiertem, die Speisekarte steht tatsächlich mit Kreide auf Schiefertafeln geschrieben. An einem Tisch, fällt Krabat auf, unterhält sich ein Kellner mit zwei Personen, die so gar nicht ins Ambiente passen wollen – als wären es Zivilpolizisten. Nicht so gut, denken wir… auf jeden Fall im Auge behalten und nicht zu sehr auffallen. Während wir auf unsere Fish & Chips warten, versuchen wir das Gespräch zu belauschen, was dank Zillahs Hellhören-Zauber auch ziemlich gut klappt. Die beiden befragen den Kellner über einen Vorfall, der sich kürzlich ereignet hat. Ein bekannter Gast kam mit einer schweren Kopfwunde in den Laden, völlig verwirrt und nur noch japanisch redend. Ein gewisser Henry verfügt wohl über Linguasofts um mit ausländischen Gästen reden zu können, der hätte ihn wohl verstanden. Dann hätte der Typ diesem Henry aber wohl kräftig in die Eier getreten und sei weggerannt. Die beiden Zivilbullen gehen daraufhin an die Bar und fragen nach Henry, wohl der Barmann. Er erzählt den beiden, wie merkwürdig dieses Erlebnis war. Er klopfte dem Typen wie immer zur Begrüßung auf die Schulter, aber der rastete völlig aus („Ieh, nein, Tentakelmonster, Du bekommst meinen jungfräulichen Körper nicht!“, und dazu noch weitere Obszönitäten) und rannte dann einfach weg. „Mann, das gab ein blaues Ei, sage ich Euch!“
Als Zillah diese Stelle mitspricht, müssen sich Stalker und Krabat sehr zusammenreißen, um nicht zu laut zu lachen. Krabat sucht nach der Mangaserie, aus der die entsprechenden Rufe kommen, er findet „Extradimensional Demon Lover Academy“… Er sucht nach ein paar markigen Zitaten, die „das Mädel“ kooperieren lassen könnten. Stalker versucht sich derweil an der gerade entdeckten Überwachungskamera, wird nach kurzer Zeit fündig, und lädt uns den passenden Kamerafeed herunter. Der erwähnte Vorfall ist eine Dreiviertelstunde her. Zillah sucht nach der astralen Signatur, sie ist vorhanden aber nicht mehr nachverfolgbar, da sie zu schnell verblaßt. Während wir die Kamerabilder angucken fällt Krabat auf, daß unser Ziel über eine Schußverletzung am Kopf verfügt, die wohl mindestens ein mittelschweres Schädelhirntrauma verursacht hat. Das könnte die Ursache für die Identitätsverwirrung sein… auf jeden Fall schränkt es seinen Handlungsradius wohl erheblich ein.

Während wir diskutieren, tritt eine große dunkelhaarige Frau in legerem Businessoutfit an den Tisch und setzt sich zu uns. „Offensichtlich haben Sie Ihre Antworten nicht im Andy’s gefunden. Ich hätte darauf wetten sollen, daß Sie in meinen Laden kommen. Ich habe gehört, daß Johnny in Schwierigkeiten gekommen ist und ein gewisser Mr. Johnson ihn sucht.“ Sie – Agatha – erzählt, daß sie ihn kennt und ihr sehr an seinem Wohlergehen gelegen ist. Offenbar war sie auch mal in den Schatten unterwegs und hat dann das Rose & Thistle übernommen. Sie will uns helfen, dafür sollen wir in drei Stunden wieder hier sein, und zieht sich dann erst mal zurück.

Als wir uns gerade auf den Weg zum Treffen mit Patterson machen, wird Krabat von einer hübschen Dame angesprochen: „Sie suchen Mr. Jones, ich kann Ihnen in diesem Fall behilflich sein.“
Zillah kommt sie irgendwie bekannt vor, während Krabat betört auf ihren Hintern starrt. Ja, stimmt, sie war auch im VIP-Bereich des Stadions… es ist zu befürchten, daß es bei Art wieder eine undichte Stelle gab. Sie zieht es vor, ungestört in einem der roten Touri-Doppeldeckerbusse am Straßenrand zu konferieren, wir sind neugierig und gehen mit. Sie stellt sich als Monica St. Cloud vor und ist daran interessiert, Mr. Jones zu finden. Offenbar wurde er von einem Mr. Johnson engagiert eine von einem nordamerikanischen Konzern gestohlene Nanotech mit Namen „Silicon Slick“ zu transportieren. Das Projekt stand kurz vor dem Abschluß, als der Diebstahl erfolgreich durchgeführt wurde. Nach der Ankunft in Heathrow habe sie versucht ihn zu stellen – offenbar arbeitet sie für diesen nordamerikanischen Konzern. Sie bietet weitere Informationen und mehr Geld als Art.
Krabat überlegt, daß ein Täuschungsmanöver angebracht ist, um an die Infos zu kommen. Zillah askennt sie (gesund, leicht angespannt, mundan, leichte Augmentierung… Buchse, Pheromone, Cerebralbooster).
Offenbar ist der Behälter mit der Ware in Johnnies Verdauungstrakt. Der Behälter kann die Naniten nur noch 5 Stunden inaktiv halten, bevor sie die umliegende Materie zerstören, beim aktuellen Gesundheitszustand kann das auch schneller passieren… Sie bietet uns 15k pro Kopf, wenn wir die Ware bei ihr abliefern statt bei Art.
Krabat heuchelt Interesse, so wirklich schwierig ist es aber auch nicht bei dem Angebot interessiert zu wirken. Sie gibt ihm eine Kommnummer die wir anrufen sollen, sobald wir Mr. Jones aufgespürt haben.

Dann versuchen wir noch, diesen Patterson abzugreifen. Wir finden ihn vorm Big Ben an einem Hotdog-Stand, und er nimmt uns auf einen Spaziergang mit zu einem Straßenmusiker, der uns als kostenloser White-Noise-Generator dient. Er will natürlich auch die Nanotech und bietet uns 8k plus Geheimdienstspielzeug (Krabat: „Als ob er da jemals wieder rankommt…“), und auch hier gehen wir zum Schein auf das Angebot ein.

Während wir langsam zurück zum Rose & Thistle gehen, recherchiert Stalker das erwähnte Projekt, findet aber trotz aller Anstrengungen nur Allgemeinplätze zu Naniten. Nachdem wir schnell erkennen, daß die Matrixsuche nach Monica St. Cloud viel zu zeitaufwendig wäre, kommt Krabat auf die grandiose Idee mal bei Schuster anzurufen, der uns tatsächlich sogar eine wichtige – und kostenlose! – Auskunft geben kann: sie läßt keine losen Enden. Schuster verabschiedet sich mit „Kommt in einem Stück wieder.“…

Nach einiger Zeit kommt Agatha wieder, nickt uns zu und geht weg. Wir folgen ihr drei Blocks, bevor sie hinter einem zweistöckigen Gebäude anhält. Im Erdgeschoß befindet sich ein Gemischtwarenladen, im oberen Bereich befinden sich Appartments. Ihr Refugium ist bereits draußen auch für Stalker deutlich zu spüren. Im Laden befindet sich eine Art Lobby, in die sie uns führt. Wir laufen an einigen Geistern vorbei, die uns Dinge fragen, von denen wir noch nie gehört haben, bevor wir in den riesigen Ritualraum treten. Sie bittet uns, neben dem Ritualkreis Platz zu nehmen, während sie noch einige Vorbereitungen trifft. Sie hat offensichtlich Blutreste von Johnny an einer Billardkugel gefunden, die für einen Versuch ausreichen, ihn mittels ritueller Magie aufzuspüren. Wir beobachten die Durchführung des Rituals interessiert, bis sie zu Boden fällt und keucht „Er ist im Squeeze, in Lambeth!“. Wir springen auf und machen uns auf den Weg. Am besten sollten wir einen lokalen Taxifahrer oder Rigger nehmen, wir kontaktieren Maliks Cousin Achmed mit seiner gar nicht so schrottigen Schrottkarre. Er willigt ein uns ca. 1km von unserem Ziel entfernt abzusetzen und zu warten, wenn wir ihm 500 geben. Deal!

Der gesuchte Ort ist eine ehemalige Grundschule, die Zillah astral auskundschaftet. Johnny ist körperlich angeschlagen und sehr verwirrt, auch etwas eingeschüchtert. Drei weitere Auren befinden sich im gleichen Raum wie er, gesund, mundan, nicht vercybert, und ziemlich aggressiv und verzweifelt. Und nicht sonderlich helle. Im Schulgebäude befinden sich 6 weitere Personen, ebenfalls mundan, ebenfalls eher schlichte Gemüter.
Wir machen uns auf den Weg und überlegen uns währenddessen die Taktik, mit der wir vorgehen wollen. Als wir ankommen beginnen wir damit, die Lage zu überblicken, schockiert vom desaströsen Zustand des Gebäudes. Krabat und Elric schleichen sich unsichtbar jeweils an die Doppelwachposten an und schicken sie mit dem Taser ins Land der Träume, Krabat krallt sich das Jagdgewehr des einen Kerls, Stalker und Zillah räumen den Rest weg. Zillah erkundet nochmal das Gebiet, mittlerweile sind die restlichen 5 Leute bei Johnny im Raum. Krabat und Elric gehen, immer noch unsichtbar, durch die einzige Tür rein, Stalker und Zillah gehen von außen ans Fenster. Als die beiden dort ankommen, sind jedoch alle Bewacher schon bewußtlos.
Dann sehen wir zwei Citymaster anfahren, einer aus Südwesten, der andre aus Südosten. Stalker und Zillah retten sich durchs Fenster in den Raum. Elric macht das „gefundene“ Jagdgewehr bereit, während draußen schwer gepanzerte Gesellen die Karren verlassen, insgesamt sind es wohl ein Dutzend Leute verteilt auf zwei Gruppen. Wir machen alle unsichtbar, Johnny wird getasert und auf Stalkers Schultern verladen. Ein Schuß von Elric haut einen der Kerle um, Zillah stiftet per beeinflußtem Sperrfeuer („Achtung, Hinterhalt!“) für weitere Verwirrung, dann rennen wir zum entgegengesetzten Ausgang des Gebäudes raus. Kaum sind wir ein paar Meter weit gelaufen, als ein Hubschrauber auftaucht und erst kurz das Gebäude, dann jedoch massiv die andere Truppe beschießt, während sich ein Dutzend weitere Einsatzkräfte abseilen und mitspielen wollen. Wir lachen uns ins Fäustchen und geben Fersengeld.
Zillah hält auch im Auto noch die Unsichtbarkeitszauber aufrecht, und Achmed bringt uns sicher wieder aus dem Sprawl raus. Wir rufen noch während der Fahrt Art an, um möglichst schnell die Übergabe durchzuziehen, und geben Achmed das Ziel an das Art uns nennt: den VIP-Parkplatz vor dem Wembley-Stadion. Dort angekommen übergeben wir ihm sein Päckchen, zusammen mit ein paar Updates, und erhalten die vereinbarte Belohnung. Dann verticken wir noch rasch die überschüssige halblegale Ausrüstung, bevor wir den nächsten Flug nach Köln nehmen.

Noch in Heathrow klingelt Zillahs Kommlink, Blumenthal ist dran. Er fragt ob wir Zeit haben, ein neuer potentieller Ripper-Mord… Sie sagt ihm, daß wir uns bei ihm melden sobald wir gelandet sind, also in ca. 4 Stunden.

Comments

luetti

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.