Im Schatten des Doms

Big Fledervieh

Intermezzo I

Krabat liegt in seinem Bett, und wälzt sich hin und her als er spürt wie seine Panzerweste durchschlagen wird. Es wird heiß, brennend heiß, dann schlägt er auf dem Boden auf.

Als er seine Augen öffnet, ist alles dunkel. Bei dem Versuch zu erkennen, woher das komische Gefühl an seinem Ohr stammt, bemerkt er, daß er durch Rabes Krächzen geweckt wurde, der genüßlich an seinem Ohr herumpickt. Um sich herum beginnt er Schemen zu erkennen als Rabe langsam zur Seite hüpft und dann wegfliegt.
Als Krabat aufsteht, beginnt er Stimmen zu hören, die anscheinend nach ihm rufen. Er überlegt kurz – sie klingen doch verlockend – aber dann fällt ihm auf, daß Rabe in die andere Richtung fliegt. Er ist kurz verwirrt, aber dann kommt Rabe zurück, fliegt auf seine Schulter und pickt noch vehementer am Ohr rum. Die Stimmen werden immer lauter und verlockender, ein silberner Streifen Horizont erscheint, völlig fasziniert starrt Krabat in seine Richtung. Rabe zieht nochmal kräftig am Ohr, dann fliegt er wieder weg.
„Rabe weiß immer, wo es was zum Essen gibt“, denkt sich Krabat und folgt ihm nun doch. Der Boden unter ihm wird immer matschiger und dichte Nebelschwaden ziehen auf. Es wird schwer, Rabe zu folgen, doch schließlich schafft er es zu einem Portal zu gelangen, hinter dem es gleißend hell ist. Davor steht eine riesige menschenähnliche Fledermaus, über die Rabe geflissentlich hinwegfliegt. Als Krabat ihm folgen will, versperrt der Wächter ihm den Weg: „Das ist nicht Dein Weg! Du bist hergekommen, um in die andere Richtung zu gehen.“
Krabat versucht ihn eindringlich davon zu überzeugen, daß er seinem Freund folgen muß, doch er schmettert es ab: „Der darf das, Du nicht!“ Krabat wird zunehmend hilfloser. Zum Glück kommt Rabe zurück und guckt dämlich: „Gib Dir halt Mühe!“
„Warum sollte ich Dich denn durchlassen?“
„Weil ich meinem Schutzgeist vertraue. Er hat mich noch nie angelogen und weiß immer, wo es lecker Essen gibt.“
Dann beginnt Krabat immer schneller zu reden, von seinen Schwestern, seinen Freunden, dem Essen, seiner Mission, und überhaupt seinem ganzen Leben. Wenn man hinsehen würde könnte man sehen, daß der Wächter genervt das Gesicht verzieht. „Gut, ok, hör schon auf! Dieses eine Mal lasse ich Dich durch!“
Dann macht es puff, und die Fledermaus verschwindet in einer Rauchwolke. Munter streitend über diese mehr oder weniger gelungene Performance gehen Krabat und Rabe durch das Portal…
Krabat merkt, wie er auf dem Schiff aufwacht, über ihn gebeugt ein völlig durchgeschwitzter Kevin, der gerade wohl schwer beschäftigt damit war ihn zu verarzten. „Du bist wieder hier!“ Kurz darauf setzt er ihm eine Spritze an, und Krabat versinkt wieder in tiefem Schlaf.

Kurz darauf wacht er schweißgebadet in seinem Bett auf. „Okay, das war wohl doch etwas heftiger“, denkt er sich.

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luetti

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