Im Schatten des Doms

Who you gonna call?

Oma Ernas Rache

Nachdem wir aus Seattle zurück sind, haben wir erstmal ein bißchen Zeit, uns auszuruhen. Es ist nicht viel los. Die spannendste Nachricht ist eine unsagbar nervtötende Spam-Werbemail von Elric, daß er jetzt auch Waffenmodifikationen anbietet.

Montag, 10. Dezember

Vormittags klingelt das Telefon in der Detektei: die Anzeige sagt „Blumental, Gunther“.
Er fragt, ob wir spontan etwas Zeit hätten – er könnte unser Team heute als Unterstützung bei einer Ermittlung brauchen. Krabat sagt allen Bescheid, und eine Dreiviertelstunde später stehen wir alle vor dem Eingang des LKA. Es ist kalt, Zillah friert. Zum Glück, denkt sie sich, gehen wir direkt rein. Der Pförtner gibt uns nach der Anmeldung die Besucherausweise, die uns automatisch alle Türen auf dem Weg zu Blumentals Büro öffnen.

Blumental springt auf als er uns sieht und gibt allen die Hand. Er weist uns den Weg zu seinem Besprechungstisch, dann beginnt er vom aktuellen so schwierigen Fall zu berichten:
„Wir hatten gestern einen Mord, ein Opfer, einen Tatverdächtigen und Spuren. Aber die Beweise passen sowohl zu unseren Ermittlungen wie auch zu seiner Aussage. Der Tatverdächtige hat ein externes Ermittlerteam engagiert um unsere Ermittlungen zu widerlegen. Deswegen bitte ich Sie um Ihre Hilfe.“
Das andere Team arbeitet wohl auch gerne mal ehrenamtlich wenn es um die Gerechtigkeit geht, erfahren wir, und heißt „Detektei Made“. Offensichtlich haben sie bereits in einigen Fällen obskure Theorien bewiesen…
Der Tatort ist mal wieder in Chorweiler, die Leiche befindet sich in der Rechtsmedizin.
Rekonstruktion der Polizei: Opfer Ines Leo, Mensch, weiblich, schulterlange dunkle Haare, etwas korpulenter; Verdächtiger Ronne Leo, Mensch, männlich, Ehemann des Opfers; beide Mitte 40. In der Vergangenheit waren bereits Fälle häuslicher Gewalt bekannt. Im Streit, wird vermutet, habe er sie vom Balkon gestoßen. Das Opfer verfügt über ein Hämatom am Rücken, genau auf Höhe des Geländers. Sie prallte frontal mit dem Gesicht auf den Asphalt, weswegen die Spurenlage hier eingeschränkt ist. Beide haben zudem verteilte kleine Hämatome am Körper, die auf vorausgegangene Handgreiflichkeiten hindeuten.
Version des Tatverdächtigen: Die Frau hat grundlos Streit angefangen, dann hätten sie sich geprügelt. Sie wäre auf den Balkon gerannt und hätte sich dann hinuntergestürzt.
Auf jeden Fall hat der Verdächtige direkt nach dem Sturz bereits den Notruf gerufen…

Wir begeben uns zum Tatort. Kevin geht direkt hoch und meldet sich beim diensthabenden Polizisten, der Rest bleibt erst mal unten, Zillah möchte sich der Absturzstelle widmen, Stalker sucht nach Kameras mit geeignetem Blickwinkel. Der Beamte informiert Kevin darüber, daß das andere Ermittlerteam auch vor Ort ist. Als Krabat die Nachricht liest, geht er direkt auch hoch. Kevin passiert die Absperrung und findet dahinter eine blasse Dame, groß, hager, dunkle Haare und mit leicht gespitzten Ohren. Die Dame guckt etwas merkwürdig, als er den Raum betritt. „Sie sehen nicht aus als wären Sie bei der Polizei… Verzeihen Sie meine Unhöflichkeit, Amalia“, sie streckt ihm ihre Hand hin. Allerdings möchte Kevin keine Konversation betreiben – ist er so schüchtern? – und wartet lieber bis Krabat oben ankommt.
Zillah benötigt eine ganze Stunde um die Absturzstelle zu untersuchen. Sie stellt fest, daß das Opfer erst kurz vor dem Aufprall zu schreien begann. Während des Aufschlags war sie sehr schockiert, aber auch schon recht schnell tot. Weitere Detailbeobachtungen ergeben, daß ihre Aura erst die letzten 7m Flugphase alleine unterwegs war… davor hat sie eine Geisteraura begleitet. Bei einem Sturz aus dem 12. Stock sind 7m nicht viel.
Irgendwann erzählt Amalia dann Kevin auf die Frage, woraus sie spezialisiert sei, daß sie sich hauptsächlich mit magischer Forensik beschäftigt, aber auch mit „üblicher“ Forensik. „Dafür bin ich nicht geeignet“, antwortet er. „So sehen sie gar nicht aus“, grinst sie. Dann kommt zum Glück auch schon Krabat, und endlich taut das Gespräch auf.
Während Krabat mit seinem – mittlerweile erstaunlich – geschulten Auge den Tatort inspiziert, fällt ihm auf, daß die Tatortrekonstruktionen der Polizei mittlerweile verdammt gut geworden sind. Dann geht er zum Askennen über.
Während Zillah dann auf dem Weg nach oben ist, ist Stalker auch mit der mühseligen Aufbereitung eines Videos der einzig günstig ausgerichteten Kamera der Gegend fertig; er schickt es uns mit dem Kommentar „Krasser Scheiß!“ und ein paar Katzenvideos, zur Aufmunterung. Man sieht auf dem Video die Mimik des Opfers, wie es sich von einem Grinsen kurz vor dem Aufschlag in ein entsetzt verzerrtes Gesicht verwandelt, dann versucht es noch die Hände vors Gesicht zu halten.
Als Zillah oben ankommt, untersucht sie die Wohnung selbst nochmal astral, insbesondere das Balkongeländer. In der Rückschau aus dessen Blickwinkel sieht sie, daß Ines gegen das Geländer geschleudert wird, dann lehnt sie daran; aber dann stellt sie sich mit den Füßen auf das Geländer und stürzt sich hinunter.
Amalia ist anscheinend zutiefst beeindruckt von Zillahs Ausführungen. Die Suche nach der Geistersignatur unternehmen sie zu dritt und stellen recht schnell fest, daß sie in der gesamten Wohnung zu finden ist. Sie stammt wohl vom Geist eines Verstorbenen, der sehr auf Rache gesinnt ist. Eine Nachfrage bei Blumental ergibt, daß wohl vor Kurzem die Großmutter von Ronne mit 98 verstorben ist, die er bis zuletzt gepflegt hat.
Stalker durchsucht die sozialen Medien nach Spuren der Dame, Oma Erna, um einen Eindruck ihrer Persönlichkeit zu bekommen. Sie war, da sie wohl sieben Katzen ihr eigen nannte, überaus aktiv in Katzenforen. Die ca. 60 Postings pro Tag offenbaren doch sehr viel ihres cholerischen und besserwisserischen Charakters. Sie war ein recht beeindruckender Forentroll, wir finden sogar noch Postings von ihrem Todestag. Dann fahren wir zu ihrer ehemaligen Wohnung ein paar Straßen weiter. Kevin besticht den schmierigen Nachmieter mit Eishockeykarten, damit Krabat, Amalia und Zillah die Wohnung untersuchen können. Relativ schnell finden sie auch hier Spuren des Geistes… und wenig später steht da eine etwas grantig dreinblickende Oma Erna, mit der wir uns prächtig unterhalten. Sie gibt direkt zu, die Frau ihres Enkels umgebracht zu haben, um aus Rache sein Leben zu zerstören – denn offensichtlich hat ihr Enkel sie mit ihrem Lieblingskissen erstickt, das sich auch noch in der Wohnung des Verdächtigen befinden sollte.
Wir vereinbaren mit ihr, sie unserem Polizeikontakt vorzustellen, als Treffpunkt vereinbaren wir die Wohnung ihres Enkels. Wir verwirren Blumental erfolgreich mit unseren Ausführungen, er ist jedoch direkt zu einem Treffen bereit. In der Wohnung unterhält er sich auch ausführlich mit der Großmutter, die ihm unsere Ausführungen bestätigt. Er verspricht ihr, das Kissen untersuchen zu lassen, dann überweist er uns zum Dank zwei Tagessätze für die schnelle und hervorragende Arbeit.
An dem Kissen lassen sich dann auch tatsächlich Gewebespuren von Oma Erna finden, damit konfrontiert gesteht Ronne die Tat und wird auch recht bald angeklagt.

Mittwoch, 12. Dezember

Abends sitzen wir zu viert beim Abendessen in der Feuerwache, als Darius bei Krabat anruft.
Ob wir gerade verfügbar seien? Klar! Anscheinend ist es gerade heiß in Chicago (im Dezember?!?)… seine Bekannte Quantum Princess bräuchte ein fähiges Team. Stalker fällt die Kinnlade runter als er den Namen hört. Darius vermittelt uns ein Treffen mit ihr, am nächsten Tag, im „Chicago’s Own Pizzeria“… als wir lesen, daß sie über eine eigene Schlachtung verfügen und nur hochwertige, echte Zutaten verwenden, buchen wir den Flug.

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luetti

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